Druckkunst in Dresden und auf Catawiki

Bildende Künstler:innen sind in mancher Hinsicht auch Eremiten. Oft arbeiten sie lange allein an einem Ort, der nicht immer abgeschieden sein muss, der aber doch einsames Arbeiten einschließt.  Marc Floßmann, Mitglied im Künstlerbund Dresden, schätzt, obwohl er längst in Bielefeld lebt, so einiges an der Situation für Grafiker in Dresden. Und teilt hier außerdem seine jüngsten Erfahrungen, die er auf der Plattform Catawiki gemacht hat.

KBD: Marc, wir haben uns kürzlich, als du deine Grafik von der Ausstellung Zeitgleich-Zeitzeichen abgeholt hast, auch über die allgemeine Situation der Druckgrafik in Dresden unterhalten.

MF: Ja, in Dresden wird die Druckgrafik wirklich noch hochgehalten und es gibt noch einige Orte, an denen man Druckgrafik machen kann. In Bielefeld, wo ich jetzt lebe, gibt es überhaupt keine öffentlichen Stellen, keine Akademie, keine offene Werkstatt. Es ist schön, dass das in Dresden noch so lebendig ist!

KBD:  Wir haben vor diesem Hintergrund auch einmal alle auf einen Blick gelistet (weiterführender Link am Beitragsende). Das heißt, du nutzt diese Werkstätten dann auch heute noch, wenn du in Dresden bist?

MF: Während der Pandemie habe ich mir eine eigene Druckerpresse angeschafft. Aber mittlerweile bin ich wieder öfter in Dresden und habe mich letzte Woche erst in der Grafikwerkstatt der Technischen Sammlungen in der Junghansstraße eingemietet. Das geht nach Anmeldung auch gut und ist eine beeindruckend große und vielseitige Werkstatt.

KBD: Du hattest davon erzählt, dass Druckgrafik für dich gar nicht so sehr während des Studiums, sondern erst hinterher interessant wurde.

MF: Damals während des Grundstudiums an der HfBK war das nicht meine Sache. Das wirkte für mich wie weit aus der Vergangenheit. Ich hatte so jungspornige Ideen, dass es ganz woanders hingehen müsste und habe das zwar gelernt, aber gar nicht für mich genutzt. Das kam erst viel später, so mit Mitte 40, und eigentlich wegen Corona, weil da so ein Innehalten war.

KBD: Corona war der äußere Anlass, wie ist es dann weitergegangen?

MF: Ich habe viel mehr Zeit am Computer verbracht und begonnen, selbst nach älterer Druckgrafik im Internet zu schauen. Angefangen hat das mit Interesse an und Ankäufen von Drucken von Jacques Callot und Giovanni Battista Piranesi – hier bin ich lange drangeblieben und habe dann Grafiken zu erstaunlich niedrigen Preisen bekommen.

KBD: Kannst du ein Beispiel machen?

MF: Ich habe für 220 € von Piranesi das Pantheon in Rom über einen Trödelhändler aus Düsseldorf gekauft.

KBD: Unglaublich, wenn man bedenkt, dass es sich hier um Druckgrafik aus dem 18. Jh. handelt.  Auf welcher Plattform hast du den ersteigert?

MF: Anfangs habe ich über ebay-Kleinanzeigen und ebay gesucht und bin dann aber durch Empfehlung eines Künstlerkollegen schnell auf Catawiki gestoßen.

KBD: Ist das eine seriöse Plattform? Auf meinem privaten E-Mail-Account erhalte ich seit Kurzem täglich Anzeigen. Auf den ersten Blick gibt es vom Asteroidenkern über den Narwahlzahn bis zur Zierdecke reichlich Material für eine Wunderkammer. Welche Erfahrung hast du bei deiner Suche dort gemacht?

MF: Es stimmt natürlich: Auf Catawiki gibt es von Kunst über Oldtimer, Luxusuhren und Einrichtungsgegenstände so ziemlich alles. Mich hat speziell die Kategorie “Druckgrafik, Antike Druckgrafik, Alte Meister” interessiert. Das ist eine Online-Auktion, die fast jede Woche stattfindet und die man in diesem ganz großen Komplex von Catawiki erst finden muss. Hier sind Anbieter aus Belgien, Frankreich, Italien und den Niederlanden, es ist internationaler.

Neben guten Erfahrungen habe ich aber natürlich auch schlechte gemacht. Eine Rembrandt-Radierung, die ich für 70 € bekommen habe, erwies sich nach der Prüfung durch ein Auktionshaus als gut gemachte Fälschung. Sie war ein paar Millimeter zu groß, daran erkannten die Fachleute das. Die Risiken bei Online-Auktionen sind  wie sonst auch Verkäufer, die nicht ehrlich sind. Das vermeintliche Rembrandt-Blatt habe ich trotzdem behalten.

KBD: Du hast dir inzwischen eine ganze Sammlung von grafischen Eremiten-Darstellungen aufgebaut (s. Titelbild) und schlägst mit diesem Thema auch eine Brücke zu deinen Minimalhäusern – tiny houses.

MF: Über die Grafiken tat sich tatsächlich ein inhaltlicher Zusammenhang mit meinen Minimalhäusern auf. Was wir heute tiny house nennen war früher und für Eremiten selbstverständlich, nämlich einfach und selbst zu bauen, und dazu noch einen kleinen Garten zur Selbstversorgung anzulegen. Ruinen, Eremiten sowie deren Behausungen, das ist der Schwerpunkt meiner Sammlung geworden.

KBD:  Zurück zur Druckkunst: Bietet sich Catawiki auch für den Verkauf deiner eigenen Grafiken an?

MF:  Versucht habe ich es, aber ohne nennenswerten Erfolg. Das Problem besteht darin, dass auf einer solchen Plattform natürlich niemand nach Arbeiten eines nicht weithin bekannten Künstlers sucht. Catawiki ist also leider keine Geldmaschine für junge Künstler. Ich kann aber als Zwischenhändler mit Grafiken, die ich aus Gebrauchtwarengeschäften oder Nachlässen ankaufe, und die ich nicht in meiner Sammlung behalten möchte, ein Nebeneinkommen erzielen. Mit jedem Blatt wäge ich ab, Sammlung oder Wiederverkauf. Es ist auf jeden Fall eine neue Kategorie von Kunstmarkt, die hier entsteht und die viel transparenter ist.

KBD: Transparenter inwiefern?

MF: Die Preise für alte Druckgrafik werden transparenter, preiswerter, und langfristig auch die unterschiedliche Wertschätzung oder Kenntnis von Druckgrafik in verschiedenen Ländern.

KBD: Danke für’s Teilen deiner Erfahrung!

Für alle am Drucken Interessierten kommt hier die
Übersicht aller wichtigen Druck-Adressen in Dresden.

 

© Radierung von Marten de Vos, Copres, gedruckt bei Rafael Sadeler in Prag um 1600,  17,5 x 20,5 cm

 

Druckkunst in Dresden | Die Adressen

Am 15. März 2018 wurden die traditionellen Drucktechniken in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Wir haben aus diesem Anlass einmal alle wichtigen Adressen in Dresden zusammengestellt. Hier ist es heute möglich zu drucken oder zu lernen wie es geht.

GRAFIKWERKSTATT Landeshauptstadt Dresden
Die über 60-jährige Grafikwerkstatt der Landeshauptstadt Dresden ist im Souterrain der Technischen Sammlungen Dresden, im Stadtteil Blasewitz Zuhause und bietet die Möglichkeit, eine Vielzahl an originalgrafischen Drucktechniken selbst auszuführen oder die Arbeiten von ausgebildeten Druckern ausführen lassen.

Die Grafikwerkstatt versteht sich als Arbeitsplatz, Treffpunkt, Rückzugsort wie auch als  kommunale Werkstatt zur Förderung von Künstler:innen in Dresden. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit Partnerwerkstätten in Schweden, Ohio/USA, Österreich, Polen, Makedonien, Frankreich, Griechenland, Großbritanien und Deutschland kontinuierlich internationale Künstler-Austauschprogramme organisiert.

www.grafikwerkstattdresden.de


Hochschule für Bildende Künste Dresden | Während des Studiums 

Die Druckgrafik hat an der Hochschule für Bildende Künste Dresden eine lange Tradition und wird auch gegenwärtig von den Studierenden vielfältig genutzt. Hier sind die Werkstätten zu finden, die für das Studium an der HfBK Dresden zur Verfügung stehen.

 

Alte Feuerwache Dresden
Spannende Kurse in Lithografie, Zeichnen und mehr, vermittelt von erfahrenen Künstler:innen und das in gut ausgestatteten Werkstätten und mit vielfältigem Arbeitsmaterial,  verspricht der Verein im alten Dorfkern von Blasewitz.  Und das für Anfänger und Fortgeschrittene.


Erlenwerk  

Das erlenwerk ist die jüngste Werkstatt für traditionelle Druckgrafik und Papierhandwerk in der Stadt. Einige Absolventinnen der HfBK Dresden haben sich hier zusammengetan, die sich auch über ihr Studium hinaus weiterhin mit dem Medium beschäftigen wollen und zudem einen Lernort für alle Interessierten geschaffen haben.  In unterschiedlichen Kursformaten geben sie ihr Wissen über verschiedene Techniken an Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene weiter und schaffen damit einen Raum, in dem künstlerisch gearbeitet und experimentiert wird. Zu den aktuellen Kursen geht es hier.

www.erlenwerk.de

riesa efau
Der soziokulturelle Verein in der Friedrichstadt bietet seit über 30 Jahren Kurse in Druckkunst, u.a. in Lithographie, Tiefdruck und Siebdruck. Das jeweils aktuelle Kursprogramm finden Sie hier.

Buchkinder Dresden
Wer Kinder hat, hat in Dresden ganz besonderes Glück. Denn bereits seit 2008  arbeitet in Dresden der Verein „Buchkinder Dresden e.V.“ mit dem Ziel,  Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in wöchentlichen Kursen ihre Ideen in Geschichten auszudrücken, eigene Illustrationen dazu zu entwickeln und diese als selbst gedrucktes, handwerklich gebundenes Buch in den Händen zu halten. Dieser kreative Prozess wird von unseren ehrenamtlichen Kursleitern von professioneller Hand begleitet.
© Grafikwerkstatt Dresden 

Arbeitsstipendium | MECKLENBURGISCHES KÜNSTLERHAUS Schloss Plüschow 2025

Das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow vergibt fünf dreimonatige Arbeitsstipendien für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2025.

Das Stipendium ist an einen Arbeitsaufenthalt während dieser Zeit im Schloss Plüschow gebunden. Vergeben werden die Stipendien durch die Fachjury des Künstlerhauses.

Im Schloss befinden sich fünf Gastateliers in der Größe von ca. 80 –100 m², bestehend jeweils aus einem Arbeits- und einem Wohnraum. Für die Arbeit der Künstler steht außerdem eine Radierwerkstatt und Zugang zum Internet zur Verfügung.

Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1.000,- Euro, abzüglich der Energie- und Telefonkosten.

Bewerbungsunterlagen:

1. Ausgefülltes Bewerbungsformular.

2. Lebenslauf mit künstlerischem Werdegang

3. Arbeitsproben in gedruckter Form (max. Größe 30 x 21 cm), maximal 20 Seiten, Kataloge (nur Einzelkataloge), Videomaterial bitte auf DVD.

4. Beschreibung des Arbeitsvorhabens

Infos zur Ausschreibung sowie das Bewerbungsformular sind hier zu finden. www.plueschow.de zu finden.

Bewerbungsfrist: 02. 05.2025 (per Post, keine Bewerbung per Mail möglich)
Die Entscheidung der Jury wird voraussichtlich Mitte Mai getroffen.

CURRENT: „HEILIGE PFORTE DER SELBSTERMÄCHTIGUNG“ Reinhard Zabka

Es ist soweit! Wir eröffnen unsere Ausstellungssaison 2025 mit einer raumfüllenden Installation unseres Mitglieds Reinhard Zabka.

Dresden und die Heilige Pforte der Selbstermächtigung

An der Dreikönigskirche, südlich der Markthalle, befindet sich in einem illuminierten Schauraum des Künstlerbundes hinter Glas eine eigens eingerichtete Heilige Pforte. Direkt am Jakobsweg nach Santiago de Compostela gelegen, kann diese Heilige Pforte im Heiligen Jubeljahr 2025, das vom Vatikan ausgerufen wurde, nun auch in Dresden erlebt werden.

Unerfüllte Vorsätze oder anderer Ballast können hier über Bord geworfen werden. Auch als persönliches Orakel kann sie Antworte auf jede Frage geben, die Ihnen gerade in den Sinn kommt, begleiten Sie freundlich ein Stück auf Ihrem Weg. 

Um jeglichen Schaden von vornherein auszuschließen, werden die Nutzer ermächtigt, sich die Absolution selbst zu erteilen – ein Akt der Selbstermächtigung (Empowerment). Ein positives Gefühl ermutigt, an einem Leben teilzuhaben, das ohnehin ein Wunder ist.

Die Rauminszenierung des Künstlers Reinhard Zabka befragt Mittel und Wege der Bildenden Kunst, um dem Wahnsinn des Realen auf die Spur zu kommen. Er steht auch für das Gesamtkunstwerk Lügenmuseum – faszinierende Mischung aus Zeitreise und Wunderkammer. 

Ausstellungsdauer: 06.03. bis 06.04.2025 

Zur besseren Sichtbarkeit empfehlen wir einen Besuch zur Dämmerung oder am Abend! Das Schaufenster ist  barrierefrei.

WILLKOMMEN! Neue Besen – Alte Hasen | 01/2025

Bei der ersten Ausstellung im Rahmen unseres Begrüßungsformats begegnen sich in den Medien Zeichnung, Malerei, Animationsfilm, soziale Skulptur und Papierarbeit sechs Künstler:innen und ihre im jeweiligen Tandem ideal verspannten Themen. Wir laden herzlich zum Willkommen und zur gemeinsamen Entdeckung!

Angelika Becher sammelt und skizziert auf ihren Streifzügen durch die Natur ihre Impressionen in der Art eines Tagesbuchs. Da sie bestimmte Orte immer wieder von Neuem aufsucht, gewinnt sie in ihren Zeichnungen über längere Zeiträume, neben  dem unmittelbar Präsenten, auch einen Zugang zu dem, was sich in den Dingen dauerhaft einschreibt. Auch Andreas Bräunsdorf, der von ihr gewählte Tandem-Partner, legt seine Arbeiten auf lange Zeit an, wobei er sich im einzelnen Werk, am einzelnen Motiv über den langen Zeitraum die Möglichkeit offen hält, neu ins Bild einzugreifen.

Kann man sich an den Horror von Krieg, Krisen und Gewalt gewöhnen? Ist es möglich, abzustumpfen, nicht mehr zu weinen? In nicht mal sieben Minuten digitalen Films offenbart Luise Fiedler, wo das Weinen versiegt.  Ihre teils preisgekrönten Animationsfilme, von denen wir hier mehrere zeigen, berühren auch Svea Duwe, die mit einer bildkünstlerischen und einer skulpturalen Form in der Ausstellung antwortet. Was beide verbindet, ist ein Ringen darum, gesellschaftlich Krisen sichtbar zu machen und dabei gleichzeitig auch emotional zu berühren.

Im künstlerischen Kosmos von Juliane Schmidt ist Vergeblichkeit nicht vergeblich. Was in kleinteiliger, oft wiederholter Mühe geschaffen wird, ist nur scheinbar eine Sisyphusarbeit – wie auch ihre Reihe „Falten“ nahelegt. In Wahrheit birgt das vermeintlich Vergebliche eine ungeheure poetische Kraft, die in ihren Arbeiten auch nach außen strahlt. Die Verwendung einfacher Materialien und eine akribische Ausführung sind auch zentrale Aspekte im Werk von Ines Beyer, der von Schmidt gewählten Co-Ausstellenden. Sie hat sich in ihrem „Leichtgewicht“ von einem Besuch in der Wilhelm-Müller-Ausstellung im Leonhardi-Museum inspirieren lassen.

© Luise Fiedler: Video-Still aus „Flächendecken“, Zeichentrick, digitale Zeichnungen, 7 Min., 2017

Willkommen! Neue Besen – Alte Hasen 2025/01

Angelika Becher & Andreas Bräunsdorf
Luise Fiedler & Svea Duwe
Juliane Schmidt & Ines Beyer

Ausstellung: 06.03. – 03.04.2025, Öffnungszeiten während der regulären Geschäftszeiten oder nach terminlicher Vereinbarung.

Vernissage: 06.03.2025, 18 Uhr in den Räumen der Geschäftsstelle (Hauptstr. 34, 01067, Dresden)

Unsere Räume sind nicht barrierefrei.

 

BBK-Umfrage 2025: Von der Kunst zu leben

Vom 18.2. bis zum 30.4.2025 sind alle in Deutschland lebenden Bildenden Künstler:innen herzlich eingeladen, sich an der aktuellen Umfrage „Von der Kunst zu leben. Die wirtschaftliche und soziale Situation Bildender Künstler:innen“ zu beteiligen. 

Die in regelmäßigen Abständen stattfindende Umfrage wird in diesem Jahr erstmalig im gemeinsamen Auftrag vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) und der Stiftung Kunstfonds durchgeführt. Ziel der Erhebung ist es, fundierte Daten zur bundesweiten Situation von Kunstschaffenden zu erfassen. Die Ergebnisse der Umfrage sind für den BBK Bundesverband von zentraler Bedeutung für eine starke Interessenvertretung gegenüber Politik und Verwaltung. Gleichzeitig werden sie der Stiftung Kunstfonds dazu dienen, die Passgenauigkeit ihrer Förderprogramme zu überprüfen.

Jetzt teilnehmen

Die BBK Bundesvorsitzenden Dagmar Schmidt und Marcel Noack zur Bedeutung der Umfrage für den Verband:

„Für unseren Austausch mit politischen Mandatsträger:innen ist es von enormer Bedeutung, unsere Forderungen auch mit konkreten Daten zu untermauern. Durch die regelmäßig vom BBK Bundesverband durchgeführte Umfrage und die rege Beteiligung an der Beantwortung des Fragebogens haben wir hochaktuelle und belastbare Informationen.“

Der Abschlussbericht zur Umfrage erscheint im Herbst 2025. Die Erhebung wird von der Prognos AG durchgeführt. Die Studie wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Herrenberg-Urteil: Übergangsregelung bis Ende 2026

Anlässlich des sogenannten Herrenberg-Urteils hat der Deutsche Bundestag jetzt eine Übergangsregelung beschlossen, die bis Ende 2026  gelten wird.

Diese Übergangsregelung sieht vor, dass Auftraggeber und Auftragnehmer bei Vertragsschluss untereinander schriftlich vereinbaren, dass von einer selbstständigen Tätigkeit ausgegangen wird.

Demnach besteht eine Sozialversicherungspflicht aufgrund einer abhängigen Beschäftigung erst ab dem 1. Januar 2027, wenn im Rahmen eines Statusfeststellungsverfahren festgestellt wird, dass eine abhängige Beschäftigung vorliegt.

Diese Regelung war erforderlich, da nach dem sogenannten Herrenberg-Urteil aus dem Jahr 2022 sich die Sozialversicherungsträger (GKV-Spitzenverband, Deutsche Rentenversicherung, Bundesagentur für Arbeit) in einem Gemeinsamen Besprechungsergebnis vom 04.05.2023 auf die „Versicherungsrechtliche Beurteilung von Lehrern und Dozenten“ verständigt haben. Das Besprechungsergebnis ist seit dem 01.07.2023 Grundlage für Betriebsprüfungen der Deutschen Rentenversicherung. Dies führt aktuell zu einer großen Verunsicherung in der kulturellen Bildung sowie der Weiterbildung.

Es bestand die Gefahr, dass aufgrund von Rechtsunsicherheit Angebote kultureller Bildung drastisch zurückgefahren werden. Auch drohten sowohl öffentlichen als auch privaten Einrichtungen der kulturellen Bildung ggfs. hohe Nachzahlungen, die existenzbedrohend sein können.

Einige privatwirtschaftliche Anbieter haben bereits ihr Angebot eingeschränkt. Betroffen sind aus dem Bereich der kulturellen Bildung u.a. Volkshochschulen, Jugendkunstschulen, Musikschulen, Ballettstudios, Weiterbildungsanbieter und andere mehr – unabhängig von ihrer Rechtsform bzw. öffentlichen Förderung.

Weitere Informationen vom Bundesverband Freier Musikschulen

Weitere Informationen beim Verband der Gründer und Selbstständigen

 

Informationen aus dem Amt für Kultur und Denkmalschutz

Von kulturellen Angeboten, Veranstaltungsreihen bis hin zu aktuellen Ausschreibungen und Open Calls findet ihr hier alles für euch Relevante.

Kulturstiftung der Länder initiiert Aktionsfonds
Die Kulturstiftung der Länder hat einen Aktionsfonds ins Leben gerufen, der mit 100.000 Euro dotiert ist. Das Hauptziel dieses Fonds ist es, insbesondere kleinere Kultureinrichtungen bei der Einführung eines nachhaltigen Risiko- und Gefahrenmanagements zu unterstützen. Dabei sollen Maßnahmen wie die Erstellung von Notfallplänen, die Beschaffung entsprechender Notfallausrüstung, die Bildung regionaler Netzwerke und Schulungen finanziell gefördert werden. Die Notfallallianz Kultur ist eine gesellschaftliche Initiative, die darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit des Kultursektors in Krisensituationen zu stärken. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, Kunst und Kulturgut besser vor Notlagen zu schützen, wobei insbesondere Archive, Museen und Bibliotheken sich auf derartige Eventualitäten vorbereiten müssen.
Weitere Informationen

 

VERANSTALTUNGEN UND WISSENSWERTES

Neues zum Interkulturellen Begegnungszentrum „Haus der Brücke“
Am 5. März 2025 startet die Bewerbungsphase für interessierte Organisationen insbesondere der migrantischen Communities zu Arbeitsplätzen im „Haus der Brücke“. Neben den Arbeitsräumen gibt es ebenfalls Räume, die für Workshops, Meetings oder Veranstaltungen genutzt werden können. Die Gemeinschaftsküche und ein Begegnungscafé laden dabei zu einem Austausch in angenehmer Atmosphäre ein, während der „Raum der Stille“ für religiöse Zwecke genutzt werden kann. Damit soll das Begegnungszentrum einen offenen und vielseitigen Austausch fördern. Interessierte Migrantenorganisationen und weitere Organisationen können am 5. März und 2. April 2025 bei einer Informationsveranstaltung im Haus der Brücke, Rähnitzgasse 8, 01097 Dresden einen Eindruck vor Ort bekommen.
Weitere Informationen

AKTUELLE PREISE, AUSSCHREIBUNGEN, CALLS UND UMFRAGEN

Kunst & KI – Fonds für neue künstlerische Perspektiven auf KI und Gesellschaft
Das Förderprogramm „Kunst & KI“ reagiert auf die zunehmende gesellschaftliche Bedeutung von Technologien Künstlicher Intelligenz. Dazu verfolgt das Programm das Ziel, eine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit KI-Technologien zu ermöglichen und verknüpft zwei Ebenen: die künstlerische Arbeit mit KI-Technologien und die Reflexion ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen. Antragsberechtigt sind gegenwartsorientierte Kulturinstitutionen und Freie Gruppen aus allen künstlerischen Sparten sowie spartenübergreifend arbeitende Kulturinstitutionen und Freie Gruppen.
Antragsfrist: 10. April 2025
Weitere Informationen

WAYS – Faire und nachhaltige internationale Partnerschaften
Das Programm „Ways“ unterstützt Kultureinrichtungen in Deutschland, langfristige künstlerische Partnerschaften mit außereuropäischen Partnern, insbesondere aus Afrika, Lateinamerika und der Karibik, Naher und Mittlerer Osten, Ozeanien, Zentral-, Süd- und Südostasien zu knüpfen und gemeinsam künstlerische Vorhaben umzusetzen. Ziel ist eine weitere Öffnung der Kulturszene in Deutschland für außereuropäische künstlerische Perspektiven auf globale Gegenwartsfragen. Gefördert werden Projekte in den Bereichen zeitgenössische Darstellende Künste, Visuelle Künste, Literatur, Musik, Architektur, kunst- und kulturhistorische sowie spartenübergreifende Vorhaben.
Antragsfrist: 2. Mai 2025
Weitere Informationen

Förderung von Gedenkstätten, Archiven und Initiativen
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten fördert Gedenkstätten, Archive und Initiativen in freier Trägerschaft im Freistaat Sachsen sowie Projekte juristischer oder natürlicher Personen. Zu den Fördergegenständen gehören u. a. der Betrieb von Gedenkstätten und Museen zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft sowie entsprechende, Projekte zur Bewahrung mündlicher Überlieferungen sowie Maßnahmen, die einen Dialog zwischen den Generationen fördern sowie insbesondere junge Menschen ansprechen.
Antragsfrist: 31. August 2025
Weitere Informationen

Projektförderung Stiftung Toleranz und Völkerverständigung
Die Stiftung fördert im Rahmen einer Projektförderung Maßnahmen zum Zweck der Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz. Zuwendungsempfänger können in der Regel nur juristische Personen oder rechtsfähige Vereine sein. Die Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung unterstützt Projekte, die geeignet sind, die Völkerverständigung zu fördern, Rechtsextremismus, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und daraus motivierte Gewalt in Deutschland entgegenzuwirken. Zielgruppe der Förderung sind Kinder und Jugendliche. Zielgebiet der Förderung sind die Neuen Bundesländer und Berlin. Die Stiftung fördert insbesondere innovative Projekte im kulturellen, sportlichen und pädagogischen Bereich und Jugendaustauschprojekte, vorwiegend mit den östlichen Nachbarländern Europas und Israel. Dhttps://www.stiftung-toleranz.de/foerderung/ie Projekte sollten nachhaltig angelegt sein.
Antragsfrist: ganzjährig
Weitere Informationen

Open Call: Auktion in Tharandt

Die Buchhandlung Findus, ein sympathischer Ort in Tharandt, lobt über den örtlichen Lions Club einen kleinen Wettbewerb aus. Insgesamt 20 Werke von Künstler:innen werden dort von August bis Oktober ausgestellt und schließlich, während der Finissage, versteigert. Bewerbungsschluss ist der 1. Februar 2025. 

Das vom  Lions Club Tharandt organisierten das Konzetti  wird mit einer professionellen Einführung in die Werke während der Vernissage eröffnet.
Außerdem geben auch ein gedrucktes Begleitheft mit den Arbeiten und Künstler:innendaten sowie eine Internetseite Einblick. Für beides werden professionelle Repros der Arbeiten gemacht. Krönender Abschluss ist dANN die Finissage mit anschließender Versteigerung der Werke.

Wer eine Arbeit beisteuern möchte, kann sich hier  ausführlicher informieren:

Was kann eingereicht werden?
Farbige Ölskizzen oder gar Malereien sein, aber auch Zeichnungen, Drucke, Skulpturen oder Plastiken sind möglich. Der Preis der Arbeit sollte bei 80-100 Euro liegen. Dieses Geld wird zu 100 Prozent ausgezahlt. Eine Jury wählt aus.

Bewerbungsfrist:  01. Februar 2025
Vernissage:  22. August 2025
Finissage mit Versteigerung:  24. Oktober 2025

Wie bewerben ?
Eine kleine formlose Bewerbung mit einem kurzen Lebenslauf und einem
Foto der Arbeit sowie deren Startpreis (80-100 €) geht per Mail an: annaluise@erler.cc

Noch im Februar kommt eine Rückmeldung. Sollte euer Werk ausgewählt werden, freuen sich die Veranstalter über eine persönliche Teilnahme an Vernissage und Finissage.

©Auktion mit Maxi Wollner, Foto: Anna-Luise Erler